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Die interaktive Fassade des Schweizer Pavillons auf der Expo 2010 in Shanghai

Auf das Thema 'Rural-Urban Interaction' ausgerichtet, spiegelt der Schweizer Pavillon auf der Expo 2010 in Shanghai die symbiotische, vernetzte und interaktive Beziehung zwischen Stadt und Land in der Schweiz wider. Den ersten Einstieg in das Thema ermöglicht die Fassade des Pavillons, deren Gestaltung und reaktives Verhalten die Schweiz bereits aus der Ferne als innovatives, technisch fortschrittliches und ökologisch bewusstes Land zeigt.

Die halbtransparente Fassade des Schweizer Pavillons besteht aus einem grobmaschigen Drahtseilnetz, an dem 10.000 rote, tellergrosse Elemente (Zellen) in unregelmässigen Abständen angebracht sind. Diese Elemente reagieren beispielsweise auf Kamerablitze und blitzen je nach Ladezustand, Tageszeit und Lichteinfluss in unterschiedlicher Konstellation und Frequenz: Sie leuchten vereinzelt auf, interagieren miteinander und blitzen in Schwärmen über das Netz der Fassade. Den für ihre Aktivität nötigen Strom erzeugen die einzelnen Zellen selbst aus der Sonnenenergie.

Bei Besuchern und Fachpresse hat die interaktive Fassade des Schweizer Pavillons grossen Anklang gefunden. Valentin Spiess - Geschäftsführer der Basler Firma iart interactive, die in Zusammenarbeit mit den Architekten Buchner & Bründler und der Firma tegoro solutions die Fassade des Schweizer Pavillons verwirklicht hat - realisiert seit zehn Jahren interaktive Fassaden und legt dabei grössten Wert auf das Zusammenspiel mit dem Gebäudeinnern: "Wir versuchen immer, mehr als eine attraktive Aussenhaut für die Architektur zu schaffen. Die Fassade des Schweizer Pavillons transportiert Inhalte nach aussen, sie bezieht die Umwelt gestalterisch mit ein, und Besucher können spielerisch ihre Aktivität beeinflussen, was erfahrungsgemäss zu einer starken Identifikation und emotionalen Bindung beiträgt. Ausserdem regelt die Fassade ihre Energieversorgung selbst und wird nach Ende der Expo weiterverwendet: Die einzelnen Zellen werden versteigert und tragen so die Botschaft des Pavillons weiter."

Jede der Zellen enthält eine - formal der Schweizer Landkarte nachempfundene - Platine mit Elektronik, die die interaktive Bespielung der Fassade ermöglicht: Solarzellen, zwei Doppelschichtkondensatoren (besonders leistungsstarke Energiespeicher), eine Blitz-LED (Light Emitting Diode) und Sensoren, die auf Licht und auf die benachbarten Elemente reagieren (realisiert durch die Übertragung eines elektromagnetischen Impulses von der einen Zelle zur nächsten). Geschützt wird die Elektronik von einer Hülle aus rotem, transparentem Polykarbonat.

Die komplexe Funktionsweise der Zellen bzw. die Kombination von autonomem Energiekreislauf und Vernetztheit imitiert die Funktionsweise einer sehr zukunftsträchtigen Form der intelligenten, umweltverträglichen Energieversorgung: die so genannten Smart Grids, die in der Schweiz erst in den Anfangsschuhen stecken. Wie an ein intelligentes Stromnetz angeschlossene Haushalte, erzeugen die einzelnen Elemente mit Hilfe modernster Solartechnik selbst den für ihre Aktivität nötigen Strom und kontrollieren regelmässig ihren Energieverbrauch und Ladezustand, damit sie möglichst energieeffizient über den Tag kommen.

Das Blitzverhalten der Fassadenelemente hängt von der Umgebungshelligkeit und von ihrem jeweiligen Ladezustand ab. Von Sonnenaufgang an speichern sie Energie aus dem einfallenden Licht und erreichen abhängig von der Wetterlage unterschiedliche Ladezustände. Durch die regelmässige Kontrolle ihres eigenen Ladezustands sorgen sie selber dafür, dass sie nie zu viel Strom verbrauchen; sie passen ihren Aktivitätsgrad an, sodass die Energieversorgung den ganzen Tag und bis zu fünf Stunden nach Sonnenuntergang gedeckt ist. Die Aktivität ist wiederum an vorprogrammierte Modi mit verschiedenen Verhaltensweisen gekoppelt, die mehr oder weniger stromintensiv sind.

Zu iart interactive

Seit 2001 realisiert das in Basel/Schweiz ansässige Unternehmen iart interactive Projekte im Spannungsfeld von Medien, Kunst und Tech-
nologie mit den Schwerpunkten Licht, Projektion und Interaktion. Das heute 25-köpfige iart-Team setzt sich aus Ingenieuren, Architekten, Szenografen, Interaktions- und Industriedesignern, Kultur-, Kunst- und Medienwissenschaftlern zusammen. Die im Team vereinten Kompeten-
zen sowie die langjährige Projekterfahrung - technischer, inhaltlicher und prozessbezogener Art - lässt iart interactive flexibel auf die Bedürfnisse des jeweiligen Projekts reagieren und auch Leistungen über die rein technisch-medialen hinaus anbieten: beispielsweise inhaltliche, gestalterische und koordinatorische Aufgaben.

Zudem steht iart interactive in regem Austausch mit Experten aus unterschiedlichen Disziplinen, die zum direkten Netzwerk der Firma gehören. Dadurch wird das kreative Schaffen zusätzlich angeregt, und iart interactive kann bei jedem neuen Projekt kompetent vom "state-of-the-art" ausgehen.


Mehr Informationen:

iart interactive ag
media, art und technology
Mülhauserstraße 111 • CH-4056 Basel
Tel.: +41(0)61 500 11 50 • Fax: +41(0)61 500 11 51
web: www.iartinteractive.com • eMail: info@iartinteractive.com

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