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Umwelt / Energie

Neue Technologie zur Regulierung von überläufigem Abwasser

SPREE2011

Das Forschungsprojekt SPREE2011 ist im Deutschen Pavillon auf der EXPO 2010 Shanghai China als Beitrag des Berliner Senats zu sehen. Um das Vorhaben im Rahmen einer Ausstellungspartnerschaft vorzustellen, haben sich die Projektverantwortlichen mit dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) zusammengetan.

Mit "Better City, Better Life" widmet sich die EXPO 2010 den urbanen Problemen des 21. Jahrhunderts, insbesondere Konzepten zur nachhaltigen Stadtentwicklung für ein besseres Leben in Städten der Zukunft. Der Deutsche Pavillon präsentiert sich mit "balancity" - einer Stadt im Gleichgewicht, die ihre Lebensqualität nicht aus Gleichheit bezieht, sondern aus dem Zusammenspiel von Vielfalt und Gegensätzlichkeit, von Stadt und Natur, Freizeit und Arbeit.

Das Projekt SPREE2011 steht beispielhaft für diesen Ansatz: Ziel der Projektinitiatoren ist die Reinigung des Hauptstadtflusses in Berlin. Basierend auf dieser Idee ist in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Berlin und den Berliner Wasserbetrieben eine neue, weltweit anwendbare Technologie zur Verhinderung von Abwassereinleitungen in Seen und Flüsse entstanden. Ein Modulsystem, das direkt im Gewässer installiert wird, fängt bei Starkregen überläufiges Abwasser auf, speichert es und leitet es bei nachlassendem Regen wieder in die Kanalisation zurück. Die Oberflächen des Systems schaffen zusätzlichen Raum für vielfältige und gemeinschaftliche Nutzungen - Inseln im Fluss.

Interaktives Spiel auf der Expo 2010. © Pitterling

Für die EXPO 2010 entwickelten die Initiatoren von SPREE2011 in Zusammenarbeit mit dem HHI ein interaktives Spiel, mit dem die Spieler durch eine vom HHI entwickelte berührungslose Steuerung einen Fluss virtuell reinigen können. Mit ein paar Klicks durchlebt der Spieler alle Stationen auf dem Weg zur Reinigung eines Gewässers aus der Perspektive seiner Entwickler, von der Idee über zwischenzeitlich zu lösende Probleme bis hin zur Umsetzung.

Vor dem Hintergrund, dass seit 2005 die von der UNO ausgerufene Dekade des Wassers läuft, und die Europäische Wasserrahmenrichtlinie bis zum Jahr 2015 das Erreichen eines guten ökologischen Zustands aller Gewässer der EU vorschreibt, und mit Blick auf die verheerende Gewässersituation in China zeigt SPREE2011, wie sich technologische Entwicklung und Ressourcenschutz sinnvoll ergänzen und zur Steigerung der Lebensqualität in der Stadt beitragen können.

Zum Forschungsprojekt SPREE 2011

Die Idee
SPREE2011 geht ein international verbreitetes Problem an: Nicht nur in Berlin, sondern in vielen Städten weltweit tragen Einleitungen von Abwasser aus der Mischkanalisation entscheidend zur Verunreinigung von Gewässern bei. Wenn es stark regnet, läuft die Kanalisation über. Herkömmliche Methoden zur Vermeidung dieser Verschmutzung, wie der Bau unterirdischer Becken aus Beton, sind aufgrund der hohen Kosten für die Kommunen kaum finanzierbar.

Die Technologie und Finanzierung
Die Initiatoren von SPREE2011 haben deshalb eine weltweit einmalige Technologie entwickelt, um diese Einleitungen zu verhindern: Ein Modulsystem aus miteinander verbundenen Behältern - genannt LURITEC - wird direkt im Gewässer vor den Einleitungspunkten der Kanalisation installiert. Kommt es zu Überläufen, nimmt das System das Abwasser auf und speichert es. Ist die Kanalisation nach einigen Stunden wieder frei, wird das Wasser zurückgepumpt. Durch die Verlagerung in das Gewässer und die Verwendung alternativer Materialien ist das Verfahren im Vergleich zu konventionellen Regenüberlaufbecken erheblich schneller und kostengünstiger zu installieren.

Graphik zum Pilotprojekt Spree2010. © Weyer-mann / Flechsenhar

Die Inseln im Fluss
Die Oberfläche des Systems schafft zudem Raum für vielfältige Nutzungen, die in manchen Fällen sogar zur Co-Finanzierung der Gesamtanlage beitragen können: Schilfinseln, Gartenanlagen, Plattformen oder Bebauungen mit Freilichtkinos und Cafés. Während sich das Leben im Wasser erholt, entwickelt sich auch an seiner Oberfläche neues städtisches Leben - auf dem Fluss.

Die Pilotanlage
Noch in diesem Jahr soll eine Pilotanlage im Berliner Osthafen entstehen. Der Bau und die begleitenden Forschungen, an denen vier Fachbereiche der Technischen Universität Berlin und sechs Ingenieurbüros beteiligt sind, werden mit 2 Mio. Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt, die Entwicklung und der Betrieb von den Berliner Wasserbetrieben begleitet. Schon vor Beginn der Baumaßnahmen der Pilotanlage in Berlin gibt es reges Interesse aus anderen deutschen Städten und sogar Kommunen weltweit.

Die Arbeit des Vereins SPREE2011.Fluss und Stadt e.V.
Wasser als Ressource und Wirtschaftsfaktor ist in aller Munde: Wasserknappheit, Überschwemmungen, die globalen klimatischen Veränderungen, aber auch Wasser als lebensnotwendiger Rohstoff und als Erholungsraum haben die Ressource in den Mittelpunkt des öffentlichen Bewusstseins gerückt. SPREE2011.Fluss und Stadt e.V. hat sich die Säuberung der Spree, die Entwicklung und Verbreitung von umweltbewussten Stadtentwicklungsstrategien sowie die Vermittlung von Information und Wissen über wasserrelevante Themen zum Ziel gesetzt. Vorstand des Vereins sind die Kommunikationsberaterin Sally Below, der Landschaftsarchitekt Ralf Steeg und der Kaufmann Klaus Gabrielli.

Lesen Sie weiter bei architekten24 "balancity" - eine Stadt in Balance

Weitere Informationen:
SPREE2011
Köpenicker Straße 48/49
10179 Berlin
Tel.: +49 (0)30 - 84 71 06 98-0
Fax: +49 (0)30 - 84 71 06 98-9
eMail: steeg@spree2011.de
web: www.SPREE2011.de

sally below cultural affairs
web: www.sally-below-ca.de

Deutsche Pavillions auf der Expo 2010 Shanghai
web: www.expo2010-deutschland.de

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