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Auszug aus dem Buch über den BMX Sport - The BMX BOOK vom Ralf MaierBike- und SkateparksIn seinem "Buch über den BMX Sport - The BMX BOOK" gibt Ralf Maier als BMX-Profi (Deutscher Meister, Weltmeister) Anregungen und Tipps für Einsteiger und fortgeschrittene Fahrer. Daneben vermittelt der Autor in seiner Profession als Landschaftsarchitekt Hinweise zur Planung und Realisierung von Bike- und Skateparks.
![]() Dominique Leibin, Bikepark Winterberg, Foto: JPK In den vergangenen Jahrzehnten haben sich BMX und Skateboarding einen festen Platz in der deutschen Sportlandschaft erkämpft. Städte und Gemeinden tragen diesem Umstand Rechnung, indem sie vielerorts sogenannte Bike- und Skateparks errichten lassen. Jedoch wird mancher teure Park entweder von der Szene nicht angenommen oder weist innerhalb kurzer Zeit erhebliche Schäden auf. Dieser Text möchte mögliche Planungsfehler aufzeigen, damit solche in Zukunft vermieden werden können. Rollsport wird vorwiegend von jungen Menschen ausgeübt und ist von einem urbanen Lebensgefühl geprägt. Parks am Stadtrand sind für Jugendliche schwer erreichbar und fernab von jenem städtischen Umfeld, dass die Nutzer lieben. Damit die Anlage sich zu einem echten Treffpunkt für die Szene entwickelt, ist es unerlässlich, dass sie zentrumsnah gelegen und frei zugänglich ist. Nicht weniger wichtig ist es, dass die Rampen und Hindernisse (obstacle) einen guten Fahrfluss (flow) gewährleisten. Aufgrund der Tatsache, dass BMX, Skateboarding und Inlineskaten in den letzten 20 Jahren zu 80 Prozent im öffentlichen Raum, d.h. auf der Straße, ausgeübt wurden, haben sie sich zu sogenannten urban sports entwickelt. Im Vordergrund steht für sie dementsprechend die Einbeziehung der städtischen Architektur in die verschiedenen Trickfiguren. Diese Form des Fahrens wird von den Sportlern selbst als "Streetfahren" bezeichnet. Aus heutiger Sicht ist es wichtig, den Sportlern das Gefühl zu vermitteln, dass es sich bei ihrer Anlage um einen authentischen und legalen Platz zum Streetfahren handelt. Das Erscheinungsbild erfolgreicher BMX- und Skateplätze erinnert dementsprechend an öffentliche Plätze (plaza). Für Anlagen dieser Art hat sich in der Szene der Ausdruck skate plazas (architekten24 berichtete) durchgesetzt. Was ist bei der Planung eines Parks zu beachten? Verschiedene Bauweisen und Materialien ![]() Plaza Schifflange, Luxemburg, Foto: Axel Reichertz Komplette Ortbetonbauweise Vorteile
Kosten - Als Faustregel für die Ermittlung der zu erwartenden Baukosten, können circa 250 - 450 Euro/m² angesetzt werden. Preisschwankungen entstehen, wie bei jeder Baumaßnahme, durch unterschiedliche Standortfaktoren, wie zum Beispiel Erschließung der Baustelle, vorgefundene Entwässerungsmöglichkeit, prozentualer Anteil der gerundeten Bauelemente usw. Die zu erwartenden Wartungskosten eines Ortbetonskateparks sind als sehr gering einzustufen. Lediglich einmal jährlich sollte eine Kontrolle der Bausubstanz und das Verschließen von Rissen in der Oberfläche vorgenommen werden. Sonstiges - Aufgrund der komplizierten und teilweise freien Modellierung der Betonelemente, werden an den Bauüberwachenden hohe Anforderungen gestellt. Es ist davon auszugehen, dass eine sehr intensive Betreuung des ausführenden Unternehmens notwendig wird, da diese in der Regel noch wenig Erfahrung im Bau solcher Anlagen haben. Technische Hinweise für die Ortbetonbauweise Entwässerung - Damit die Anlage einen möglichst hohen Fahrfluss gewährleistet, sollte sie so geplant werden, dass Abläufe oder Einbaurinnen möglichst gar nicht, oder wenn nicht anders möglich, dann in den Randbereichen der Sportfläche angeordnet werden. Dehnfugen - Notwendige Dehnfugen sind entsprechend der DIN-Norm vorzusehen. Ihre Ausbildung bedarf besonderer Sorgfalt, damit keine Rollwiderstände bzw. Rollstörungen entstehen. ![]() Stahlkante - Jürgen Funk, GKN Skatepark, Trier, Foto: Ralf Maier Stahlteile - Aus Gründen der besseren Haltbarkeit (Stichwort: Kantenschutz) werden in Bike- und Skateparks an verschiedenen Stellen Stahlteile in unterschiedlichem Ausführungen eingebaut. Die Einbaustellen werden bestimmt durch Intensität und Art der Beanspruchung. In erster Linie handelt es sich bei der Beanspruchung durch die Sportler um das sogenannte "Sliden" und "Grinden", also das entlang rutschen an Kanten mit dem Sportgerät. Grundsätzlich sollten alle Stahlteile aus verzinktem Stahl hergestellt werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang eine exakte Werksplanung, da die Stahlteile auf Maß angefertigt werden müssen, bevor sie verzinkt und eingebaut werden können. Coping (Stahlrohr) - Verwendung: an der Oberkante von Transitions (gerundeten Elementen). Material: Stahlrohrsegmente, feuerverzinkt. Stahlkante - Verwendung: an Oberkanten von Curbs (Podeste oder mauerähnliche Elemente). Material: Winkelstahl, feuerverzinkt. Rail (Handlauf) - Verwendung: aufgestellte Stahlelemente in unterschiedlichen Höhen, die einem Handlauf nachempfunden sind. Material: Hohlprofilstahl unterschiedlicher Querschnitte, feuerverzinkt. Rissbildung - In jedem Beton bilden sich Risse. Ihr Auftreten kann durch eine entsprechend berechnete Rissbewehrung minimiert werden. Eine solche Bewehrung würde jedoch beim Bau von Bike- und Skateparks zu unverhältnismäßig hohen Kosten bei gleichzeitig geringem Nutzen führen. Die Risse haben aufgrund der geringen Belastung durch BMXer und Skater keine Auswirkungen auf die Tragfähigkeit des Betons. Im Zuge der einmal pro Jahr stattfindenden Wartung werden eventuell entstandene Risse mittels eines Epoxidharzauftrags verschlossen und so gegen eindringendes Wasser geschützt. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass es keine abrollstörenden Beeinträchtigungen des Untergrunds nach sich zieht und deshalb die Nutzung der Anlage auch nach dem Auftragen weiterhin uneingeschränkt möglich ist. Beispielhafter Aufbau Ebene und geneigte Flächen Gerundete Bauteile Kombination von Asphalt als Rollfläche mit Beton- und Holzelementen Neben der Ortbetonbauweise, besteht natürlich auch die Möglichkeit, Betonelemente auf einer Asphaltfläche in Kombination mit Holzrampen aufzustellen. Vorteile
Kosten - Diese Variante ist günstiger und flexibler als die Komplettbauweise aus Beton, hat aber auch einige Nachteile:
Es zeichnet sich weltweit ab, dass sich Anlagen in kompletter Ortbetonbauweise durchsetzen. Wegen ihrer positiven Eigenschaften werden sie von den Sportlern am meisten angenommen und frequentiert. Es gibt im Gegensatz dazu in einigen Teilen Deutschlands Holzanlagen, die - kaum eröffnet - dem Ansturm durch die Nutzer nicht gewachsen waren und nun teuer saniert werden müssen. Unabhängig davon, für welches Material man sich am Ende entscheidet, kann nicht oft genug betont werden, dass sich grundsätzlich Fachleute, Sportler, Ingenieure und Architekten während der Planungsphase an einen Tisch setzen sollten, um das Projekt gründlich zu diskutieren. Nur in der Diskussion können alle relevanten Fragen schon im Vorfeld angesprochen und dadurch der Weg zu einer kooperativen Zusammenarbeit geebnet werden. ![]() The BMX BOOK Weitere Informationen: |