
3. Preis: Pier7 architekten, Düsseldorf / Umbau eines Wohnhauses / Foto: Michael Reisch
Am 4. November 2009 entschied die Jury, unter Vorsitz von Prof. Christoph
Mäckler, Frankfurt beim 4. Architekturpreis "Gut bedacht" insgesamt drei Preise
und einen Sonderpreis zu vergeben. Der Preis wird gemeinsam von Braas und dem
BDB ausgelobt.
Der Architekturpreis "Gut bedacht" zeichnet beispielhafte, bereits
realisierte Bauwerke aus, die das geneigte Dach als optimal integrierten
Bestandteil der Gesamtarchitektur auffassen. Die große Vielfalt der
Gestaltungsvarianten geneigter Dächer darzustellen, ist ein besonderes Anliegen
dieses Wettbewerbs. Dabei soll die Dachausbildung nicht besonders spektakulär
sein, sie soll sich im Rahmen des "Normalen" bewegen. Großen Wert legte die Jury
auf eine sorgfältige konstruktive Durchgestaltung und Detaillierung des Dachs
sowie des darunter liegenden Dachraums.

1. Preis: Paulus Eckerle, Titting, Umbau eines Maschinenhauses / Quelle: BDB
Den mit 8.000 Euro dotierten 1. Preis erhielt Paulus Eckerle, Titting, für
den Umbau eines Maschinenhauses mit folgender Begründung:
Der Umbau eines ehemaligen Maschinenhauses und einer Zwirnerei in Augsburg-Gögging
zu einer Medienzentrale überzeugt im Gesamtkonzept mit einem sehr reduzierten
und sicheren Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz. Im städtebaulichen Kontext
wurde der alte Gebäudekomplex nicht verändert, sondern lediglich die Identität
des Areals gezielt herausgearbeitet. Diese überzeugende Haltung setzt sich im
Umgang mit Architektur und Gestalt fort. Nach außen werden lediglich 4 neue
stehende Fenster zur Belichtung der alten Zwirnerei ergänzt. Die Grundrisse und
Funktionseinheiten sind im Inneren klar zoniert und ablesbar. Besonders
überzeugen konnte die Arbeit durch die hohe Detaillierung und die neu
entstehenden qualitätsvollen Innenräume, die sich selbstverständlich aus der
vorhandenen Substanz weiterentwickeln bzw. eigenständig in diese eingestellt
werden. Neue Einbauten sind klar lesbar in Materialität und architektonischer
Ausprägung. Insgesamt ist die Arbeit ein herausragendes Beispiel für eine
Umnutzung und den nachhaltigen Umgang mit bestehender Bausubstanz.

2. Preis: Johannes Brucker, Stuttgart / Siedlung auf einer ehemaligen Konversionsfläche / Foto: Mörk Bau GmbH, Fetzi Baur
Die Siedlung auf einer ehemaligen Konversionsfläche von Johannes Brucker, Stuttgart, erhielt den 2. Preis (3.000 Euro). Die Jury führte dazu aus:
Die auf einem Baufeld einer ehemaligen Konversionsfläche entstandene Siedlung
bildet mit ihrer Klarheit und städtebaulichen Anordnung eine hohe Identität und
Eigenständigkeit aus. Das flexible Modulsystem bietet eine qualitätsvolle und
nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Baugebieten - die Umsetzung
verschiedenster Lebensentwürfe ist möglich. Die gestapelten Haustypen bestehen
aus kompakten Satteldachhauskörpern und flexiblen Flachdachausbauten, die den
privaten Freiraum umschließen. Die Klarheit des Konzeptes setzt sich im
konsequenten Grundrissgefüge mit Neben- und Hauptraumzone fort und lässt eine
hohe Wohnqualität erwarten. Die zurückgenommene, auf wenige Fenstertypen
beschränkte Fassadengestaltung lässt aus den zehn verschiedenen Häusern ein
schlüssiges Gesamtkonzept entstehen ohne die Individualität der einzelnen Häuser
aufzugeben. Ein beispielgebendes Wohncluster mit hohem stadträumlichem und
architektonischem Anspruch.
Pier7 architekten, Düsseldorf wurden für den Umbau eines Wohnhauses 3. Preis (1.000 Euro) bedacht.
Begründung: Ein mehrgeschossiges, in eine Blockrandbebauung integriertes
Wohngebäude aus den 60er Jahren wird durch eine Überplanung der äußeren Hülle,
eine Neuformierung der inneren Raumstrukturen und eine Neugestaltung der
Dachzone zukunftsfähig umgestaltet, ohne die Bezüge der angrenzenden Gebäude zu
ignorieren. Eine Bauaufgabe, die in großer Zahl in unseren Innenstädten auf der
Agenda steht. Obwohl es sich um ein schmales Gebäude handelt gelingt durch die
innere Freiräumung des Grundrisses ein großzügiges Erscheinungsbild mit hoher
Nutzungsqualität. Die unterschiedlichen Nutzungen Wohnen/ Büro werden in der
Fassade ablesbar, das neue, straßenseitige "Gesicht" gewinnt an
architektonischer Ausprägung und neuzeitlicher Fassadensprache. Die ruhige und
detailgerechte Dachlandschaft mit klar gegliederten Gaupen bilden den
an-gemessenen Abschluss des Gebäudes. Insgesamt sieht das Preisgericht in der
Arbeit einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Bauen und damit der Nachnutzung
von Bestandsgebäuden im Kernbereich unserer Innenstädte.

Sonderpreis: Atelier
Schwemmer, Reut / Umnutzung eines Stadels / Quelle: BDB
Einen Sonderpreis erhält die Arbeit Umnutzung eines Stadels, vom Atelier
Schwemmer, Reut mit folgender Begründung:
Der Stadl stellten ein gelungenes Beispiel einer Gebäudeumnutzung dar, die vor
allem durch ihre angenehme architektonische Zurückhaltung auffällt. Dabei ist
vor allem der Respekt des Architekten gegenüber den vorgefundenen Materialien
und die Übernahme in die eigene Architektur hervorzuheben. In einer Zeit, in der
der Erhalt von Bauwerken, mit dem Begriff der Nachhaltigkeit belegt, immer
größere Bedeutung erlangt, erscheint es der Jury wichtig, diese Arbeit im Rahmen
des Wettbewerbes hervorzuheben und mit einem Sonderpreis zu versehen. Die
Entscheidung hierzu traf die Jury einstimmig.
Weitere Informationen:
Bund Deutscher Baumeister BDB
Willdenowstr. 6 • 12203 Berlin
Tel.: 0 30 - 84 18 97 0
Fax: 0 30 - 84 18 97 22
web:
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