Einbauen und allein lassen:
Funksensoren ohne Akku

Abgebildet ist ein robuster Funksensor, der mithilfe einer beweg-lichen Fahne mit Ener-gie aus Luftströmungen betrieben wird. Solche Sensoren ermöglichen z. B. die Erfassung von Temperatur und Luft-feuchte in Luftkanälen von Klimaanlagen.
Bild: Siemens AG.
Siemens hat verschiedene energieautarke Funksensoren entwickelt, die ihre
Energie für den Betrieb aus ihrer Umgebung beziehen. Mit der Technik können
Anlagen beispielsweise in entlegenen Gegenden automatisch überwacht werden.
Diese Sensoren brauchen keine Verkabelung und arbeiten nach dem Einbau für viele
Jahre völlig wartungsfrei. Sie beziehen ihre Energie praktisch aus der Umgebung
- aus Licht oder Vibrationen - und übertragen ihre Messdaten per Funk. Damit
können sie an Stellen messen, an denen der Einsatz von Sensoren bisher zu
aufwändig war, etwa an schlecht zugänglichen oder bewegten Teilen. Dadurch
werden unter anderem Industrieanlagen genauer überwacht, so dass Verschleiß
frühzeitig zu Tage tritt und sich teure Anlagestillstände vermeiden lassen. Auch
die Wartung kann dann - statt in festen Intervallen - nach Bedarf erfolgen.
Energieautarke Funksensoren nutzen je nach Einsatzort unterschiedliche
Energiequellen. Manche sind mit Solarzellen ausgerüstet, in anderen nimmt ein
piezoelektrisches Bauteil Vibrationsenergie auf oder es wandelt ein
Thermoelement Temperaturunterschiede in Energie um. Je effizienter diese Wandler
arbeiten, desto mehr Energie steht dem Sensor für Messung, Auswertung und
Datenübertragung zur Verfügung. Funksensoren profitieren von der Entwicklung
energieeffizienter Elektronik, weil sie mit den sparsamen Mikrocontrollern
komplexere Mess- und Auswerteaufgaben wahrnehmen können. Gerade für die
Zustandsüberwachung von Lagern oder Motoren ist dies ein wichtiger Aspekt, denn
hier muss der Sensor keinen einzelnen Wert, sondern ein komplettes
Körperschallspektrum aufnehmen, um zu überwachen, dass das Gerät rund läuft.

Dargestellt ist ein robuster energieautarker Funksensor zur Zustands-überwachung bei elektri-schen Motoren und An-lagen. Die Energie zum Betrieb des Sensors wird ausschließlich aus den Vibrationen gewonnen, denen der Sensor ausgesetzt ist.
Bild: Siemens AG.
Die Konzeption eines Sensors hängt von den jeweiligen Gegebenheiten ab:
Welche Energiequelle steht zur Verfügung, welche Aufgabe ist zu erfüllen und
welche Funkprotokolle können verwendet werden? Mit ihrem umfassenden Wissen zur
Messung jedes erdenklichen Parameters und ihrer Kompetenz für energiesparende
Funktechnik entwerfen die Forscher von Siemens Corporate Technology komplette
Sensorlösungen. Außerdem arbeiten sie an energieeffizienten Wandlern - zum
Beispiel entwickeln sie zusammen mit der Universität Freiburg und dem Fraunhofer
Institut für Solare Energiesysteme effiziente Solarzellen.
Ein wichtiges Anwendungsgebiet für Funksensoren ist die Industrietechnik,
besonders der Anlagenbau. Aber auch die Gebäudetechnik profitiert - gerade zur
Regelung der Klimaanlage - von Sensoren, die an der für die Messung optimale
Stelle angebracht sind und ohne Verkabelung auskommen. In Zukunft könnte auch
die Energiewirtschaft - beispielsweise zur Überwachung von Freilandleitungen -
auf diese Technik setzen.
Weitere Informationen:
web: www.siemens.com